Samstag, 29. Januar 2011

Tag 19 - Colon-Hydro-Therapie - ein Erfahrungsbericht

Heute folgt ein leckeres Thema zum Wochenende: Da meine Darmsanierung noch nicht den gewünschten Effekt auf meine Haut hat, probierte ich gestern eine Colon-Hydrotherapie, was nichts anderes ist als - ein Riesen-Einlauf. Sie soll die Regeneration der Darmflora unterstützen, indem Kotreste, die an der Darmwand zum Teil seit Jahren kleben, mithilfe einer 30-45 minütigen Darmspülung gelöst und ausgespült werden. Wikipedia gibt hier gerne mehr Auskunft. Medizinisch bewiesen ist natürlich nichts und von der Kasse wird auch nichts übernommen. In Netz wird viel über Sinn und Unsinn dieser Therapie gestritten und wie es halt immer so ist: Die, die es noch nie probiert haben, schreien laut Humbug, während mutige Tester überwiegend positiv berichten. Also ließ ich es auf einen Versuch ankommen.
Die Prozedur ist viel weniger schlimm als erwartet. Schmerzen hatte ich keine, vom -ähem- Ein- und Ausführen des Plastikrohrs mal abgesehen, aber das ist auch harmloser als vermutet. Beim Einlassen des Wassers baut sich Druck im Bauch auf, der beim Auslassen aber wieder nachlässt. Dadurch fühlt man sich permanent wie beim Durchfall, aber da die Ka* in einem geschlossenen System geruchsfrei abgeleitet wird, gewöhnt man sich schnell daran. Nebenbei massiert die Physiotherapeutin den Bauch und unterhält sich mit dem Patient. Nach gut 30 Minuten ist der Einlauf vorbei und man fühlt sich etwas schwindelig. Die nächsten 15 Minuten verbringt man auf der Toilette, denn ca. 8 Liter Wasser laufen im Liegen nicht komplett wieder raus. Nachdem ich die Physiotheraphie verlassen hatte, war ich froh, dass meine Wohnung nur 100 Meter weiter lag, denn mir war immer noch nach Durchfall. Was aber unbegründet war, denn so schnell vergisst der Schließmuskel nicht, was er zu tun hat. Am Rest des Tages war ich ziemlich müde - man merkt also schon, dass der Körper darauf reagiert.
Viele Therapierte berichten, dass sie schon nach einer Sitzung mehr Energie hatten und bei mir war das heute tatsächlich auch so. Was aber auch an den ersten Sonnenstrahlen nach vielen grauen Januartagen gelegen haben kann. Meine Haut sah heute schlimmer aus als gestern. Ich hoffe, alles kommt raus und dann wirds blütenrein. Vielleicht mache ich noch ein, zwei Sitzungen. Kostspielig ist eine Colon-Hydro-Therapie allerdings: Eine Sitzung kostet zwischen 60 bis 75 Euro.

Donnerstag, 27. Januar 2011

Tag 17 - Ein Wort zum Brot

Brot ist nicht gleich Brot - erst recht nicht, wenn man auf Zucker und Industriemehl verzichtet. Bei meiner Internetrecherche fühlte ich mich bereits vorgewarnt, dass es nicht einfach werden würde, Brot ohne Zucker zu finden. Und tatsächlich: In herkömmlichen Supermärkten und Bäckereien wird bei allen Broten eine Art Zuckercouleur verwendet, der das Brot schön braun färben soll. Auch vermeintlich gesunde Roggenbrote sind meist nichts anderes, als dunkel gefärbtes Brot mit hohem Weißmehlanteil.
In solchen Momenten freue ich mich, in der Hauptstadt zu leben, in der jedwedes Bedürfnis sofort um die Ecke gestillt wird. Ich habe eine Vollkornbäckerei und einen Biomarkt in Laufweite - und ging naiv davon aus, dass auch in Letzterem die Mitarbeiter über die Zutaten in ihren Backwaren Bescheid wüssten. Als ich dann nach einer Zutatenliste fragte, wurde ich etwas verdattert angekuckt und auch die Frage, ob Zucker in den Broten sei, konnte man mir mehr schlecht als recht beantworten. Das hätte ich in einer Biobäckerei nicht erwartet - kommen nicht gerade da alle naselang Leute mit diversen Lebensmittelallergien oder Spezialdiäten an und fragen nach den Zutaten? Anscheinend nicht. Die meisten Leute konsumieren Bio-Produkte wohl genauso bedenkenlos wie normale Supermarktware - für ein etwas besseres Gewissen.
In meiner Vollkornbäckerei wurde ich schließlich fündig - ist zwar nicht bio, dafür garantiert aus Vollkorn, garantiert ohne Konservierungsstoffe und garantiert ohne Zucker. Ich probiere mich gerade durch das Sortiment und werde in Zukunft Brot aus dem Supermarkt wohl komplett links liegen lassen.

Dienstag, 25. Januar 2011

Tag 15 - Haufen, Köttel oder Pup?

Die ersten 2 Wochen sind um und ich habe mich probehalber auf die Waage gestellt. Ich will mich keinem Wiegezwang aussetzen und eine Gewichtsabnahme ist auch nicht die vorrangige Motivation dieser Ernährungsumstellung - trotzdem freue ich mich, in 2 Wochen ca. 2 Kilo verloren zu haben. Genau weiß ich das nicht, nach Weihnachten habe ich mich vorsichtshalber nicht gewogen - denn die Aussicht auf die zuckerfreie Zeit hat mich ein Plätzchen nach dem anderen einwerfen lassen.

Die Beschäftigung mit der Darmsanierung bringt natürlich auch das Lesen diverser Ratgeber mit sich. Ein besonders schönes Exemplar ist das Hobbythekbuch "Darm & Po" von Jean Pütz und zwei Co-Autorinnen. Es beweist mal wieder aufs Neue, dass Jean Pütz ein ziemlich cooler Typ ist, sich selbst nicht zu ernst nimmt und keine Angst vor unangenehmen Themen hat - schließlich berichtet er in diesem Buch ausführlich über sein Hämorrhoiden-Problem und wie er es mithilfe von Intimwäschen wegbekommen hat. Auch die Kapitelüberschriften in "Darm & Po" sind mehr als amüsant: "Von Spaghetti Bolognese zum Kot: Der lange Weg bis zum Darm", "Wurst, Kringel, Haufen, Köttel - was ist ideal?" oder "Gekringel am Po - der Madenwurm" (würg!). Fazit: Wer sich einem unangenehmen Thema auf eine lockere Art und Weise nähern will, sollte in dieses Buch mal einen Blick werfen.

Sonntag, 23. Januar 2011

Tag 13 - Mitstreiter gesucht

Auf meiner Online-Recherche nach Erfahrungsberichten oder gar Foren von Zuckerentzüglern stellte ich fest - es gibt sie kaum. Sieht man von Candida-Betroffenen einmal ab, die sich mehr über Sinn und Unsinn der Therapie streiten, als über ihre Erfahrungen im Alltag zu berichten, gibt es kaum jemanden, der sich den alltäglichen Zuckerkonsum und das überproportionale Verhältnis von Zucker in Lebensmitteln bewußt macht. In dem ein oder anderen Frauenforum wird schon Stolz über einen dreitägigen Zuckerentzug berichtet - und darunter befinden sich mindestens 15 Kommentare, die die Aktion gut finden, aber selbst niieee auf Schokolade verzichten könnten.
Ich gebe zu, vor zwei Wochen dachte ich das auch - und merke jetzt, dass der Verzicht auf Schokolade und Co einfacher fällt als gedacht. Überhaupt sind nicht sie es, nach denen ich mich in einem schwachen Moment sehne, sondern es gelüstet mich wie nie zuvor nach Obst und Obstsaft - wahrscheinlich der Frische wegen. Ab und zu wünsche ich mir Honig in mein Leben zurück, der ja in guter Qualität auch ein Naturprodukt ist - und doch fällt mir nun auf, die unglaublich dick sich so manche Freundin den Honig auf das helle Aufbackbrötchen haut. Mittlerweile ist mir nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis bewußt, wie kurz diese Kombination aus Zucker und Industriemehl den Hunger zurückhalten und wie schnell ihr wieder nach neuer Nahrung gelüsten wird.
Mir passiert das momentan nicht, Hunger habe ich mittlerweile viel weniger als früher, essen tue ich eigentlich nur noch zwei Mal am Tag, dazu gibt es maximal noch einen kleinen Snack. Diese Erfahrung deckt sich übrigens mit einem Bericht auf naturgetr.eu, dessen Besitzer sich einem 30-tägigen Selbstversuch ohne Zucker unterzogen hat. Leider hat er nur drei Mal seine Eindrücke gepostet, beschreibt aber gut wie schnell man von Zucker abhängig werden kann. Seinen Erhfahrungsbericht gibt es hier, hier und hier.

Samstag, 22. Januar 2011

Tag 12 - Zucker - Was hast du hier zu suchen?

Auf meiner Pirsch durch Supermärkte, Biomärkte und Biobäckereien prüfe ich mittlerweile jedes Lebensmittel auf Zuckerabstinenz - und muss mindestens 75 Prozenz wieder zurück ins Regal legen. Einige Sachen schmuggeln sich aber doch unbesehen ins Einkaufskörbchen und ich wundere ich mich doch immer wieder naiv, in was für Lebensmitteln doch Zucker verarbeitet ist. Neueste Erkenntnis: Putenhackfleisch enthält Zucker. Und ich frage mich warum... Für den Geschmack? Die Farbe? Die Haltbarkeit?
Alarmiert untersuchte ich die Zutatenlisten von Rinder- und Schweinehackfleisch, meine heißgeliebten kulinarischen Allzweckwaffen - die zum Glück aber keinen Zucker enthalten, sondern das was man erwartet: durchgeleiertes Fleisch.

Montag, 17. Januar 2011

Tag 7 - Warten auf ...

Ich warte. Und ich warte. Ich warte auf bessere Haut, mehr Energie, weniger benötigten Schlaf oder den Moment, in dem ich merke - Süßes juckt mich nicht mehr. Eine Woche ist rum, aber noch nichts davon ist bis jetzt eingetreten. Immer noch schleiche ich mit Scheuklappen durch den Supermarkt, kaufe Vollkornmehl und Mate-Tee und versuche den Schokoladenkuchenteig nebendran zu ignorieren.
Natürlich ist mir klar, dass sich mein Körper innerhalb einer Woche nicht einmal komplett umdrehen lässt. Was mich jedoch irritiert: Von den üblichen Versuchungen abgesehen, habe ich auch keine anderen Entzugserscheinungen - Kreislauf im Keller, morgendlicher Schwindel - nichts davon. Ich vermute, dass ich, als passionierter Kohlehydratfreund, immer noch zu kohlehydratlastig esse. Nur anstatt einfacher Kohlehydrate, die schnell ins Blut gehen, ist es jetzt die komplexere Variante. Candida-Bücher empfehlen maximal eine Mahlzeit mit Kohlehydraten am Tag. Kartoffeln sollte man eher mehr, Brot und Nudeln eher weniger essen. Meine Mahlzeiten enthalten mindestens zweimal am Tag Kohlehydrate.
Aber um ehrlich zu sein, mit dem Zucker von 100 auf null zu fahren, ist schon schwer genug, mit dem Verzicht auf Kohlehydraten kann ich mich noch nach und nach beschäftigen. Ich habe ja noch  - schluck! - 7 Wochen Zeit.

Sonntag, 16. Januar 2011

Tag 6 - Wer will Kuchen?

Das Wochenende mit besagter Geburtstagsfeier eines Freundes liegt hinter mir - es gab Chili con Carne mit Weißbrot, dazu Bier oder Cola-Wodka, einen Kräuterschnaps als Verdauerli. Dass ich all diese Sachen weder essen noch trinken kann, hatte ich bereits vorher telefonisch angekündigt. Die Frage nach dem Warum? war dann natürlich groß, das Entsetzen, dass ich das Geburtstagsessen verschmähe, zum Glück weniger.
Obwohl ich vorher extra gegessen hatte, packte ich mir wohlweislich Vollkornbrot und Belag fürs Abendessen und Müsli mit Joghurt für das Frühstück ein - was sich als gute Entscheidung erwies, denn das verbotene Essen anderer erweist sich als wesentlich leichter zu ertragen, wenn man sich selbst etwas in die Klappe schieben kann.
Hart wurde es dann tatsächlich, als ich den Geburtstagskuchen erblickte, eine selbstgebackene Donauwelle (Bildquelle: Wikipedia). Ich wollte wenigstens mal riechen, aber man ließ mich nicht. Offiziell hieß es, ich solle mich nicht unnötig quälen, aber wahrscheinlich hatte die anderen eher Angst, ich könnte nach dem Kuchen schnappen, wie die fleischfressende Pflanze nach dem Insekt. Zu diesem Zweck hatte ich mir extra meine zukünftige Allzweckwaffe für Zusammenkünfte aller Art besorgt - die gesalzene Nuss. Pistazien in diesem Fall. Zum Glück bin ich von denen nicht so abhängig wie sonst von Schokolade und kann sie nach ein oder zwei Hand voll wieder wegpacken.

Freitag, 14. Januar 2011

Tag 3 - und der Süßhunger ist da

Jetzt ist es also soweit - nachdem ich die ersten zwei Tage ohne Zucker und Weißmehl erstaunlich gut hinter mich gebracht habe, ist der Hunger da. Wobei es kein Hunger ist, wohl eher das Verlangen nach schnellen Kohlehydraten. Bevorzugt in der Form von Zucker! Ich denke, den Übeltäter für dieses Verlangen habe ich  schon ausgemacht - denn ich habe es gewagt, nach dem Abendessen etwas Joghurt mit Stevia zu essen. Wobei ich grundsätzlich nichts gegen Stevia habe, nur hat mein Körper nun gedacht, er bekommt Zucker... und wollte natürlich, unersättlich wie er ist, gleich mehr. Und so schlich ich abends in der Wohnung rum und glaubt mir, ein Kühlschrank voll Gemüse, Tofu und Käse ist da ein sehr enttäuschender Anblick. Nun liege ich schlaflos im Bett, es ist nach drei und anstatt Schafen hüpfen kleine Honigbrötchen über den imaginären Zaun.

Morgen werde ich gleich mal auf die Probe gestellt. Der Geburtstag eines Freundes steht an. Schon blöd, dann sagen zu müssen, dass man das extra gekochte Mahl nicht mitessen kann. Vom Geburtstagsumtrunk mal ganz zu schweigen. Und erklären muss man seinen Verzicht natürlich auch.